An die Schnelleren M30 im Land :-) B9, B10, B11, H6, H6s.... (BMW-E24-Forum)
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wer hatte seinen Sechser schon einmal auf einem Leistungsprüfstand und möchte mir die reine Radleistung-/Drehmoment-/Drehzahl mitteilen ...... nix schön gerechnetes...würde mich mal echt interessieren. Dürfen sich auch Leute melden mit den entsprechenden Automatikfahrzeugen. Kein Interesse besteht bei Zwangsbeatmeten
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Wie gesagt, reine Radleistung und nix schön gerechnetes mit Schleppleistung und dann womöglich noch auf der Bremse
Falls was kommt, sagt ich schon mal vorab Danke
Vielleicht noch weitere abschließende Anmerkungen dazu:
1. Die Ermittlung der Radleistung und des Drehmoments erfolgt immer auf Basis von Be- bzw. Umrechnungen bzw. der Wandlung von physikalischen Messgrößen wie Drehzahl, Kraft, elektrischer Spannung/ Stromfluss. Gerade die Ermittlung eines Drehmoments an einer drehenden Welle sind hochkomplex im Messaufbau und daher bedient man sich häufig einfachen Hilfsmitteln- z.B. Dehnmessstreifen, die ein elektrisches Signal auf Basis einer werkstoffabhängigen Verformung ("näherungsweise") in ein elektrisches Signal umwandeln, welches dann wieder in einen Drehmomentwert umgerechnet werden. Z.B. das Messprinzip von bezahlbaren Drehmomentmessnaben bei landwirtschaftlichen oder industriellen (Anbau) Geräten. Dann gibt es auch Prüfstände, die die Beschleunigung einer Rolle mit einer definierten Massenträgheit messen und daraus errechnen, welche "Vergleichs-" Kraft am äußerten Radius der Welle angegriffen haben muss, sprich das "errechnete" Drehmoment. Oder man misst die elektrische Energie (Produkt aus Spannung und Strom), welches unter Berücksichtigung eines bestimmten Wirkungsgrades in einen Elektromotor eingespeist werden muss, um einen bestimmten Betriebspunkt (z.B. konstant 2000 Umdrehungen) anzufahren.
2. Die Leistungsermittlung bei einem Automatikfahrzeug ist mit besonderer Vorsicht zu genießen. Normalerweise lässt sich die Leistung bei einem Handschalter im Direktgang (4. Gang), wenn die Eingangs- und Ausgangswelle direkt miteinander verbunden sind, am genauesten messen. Dazu wird bei Vollgas und Abregeldrehzahl die Kupplung gedrückt und das Fahrzeug rollt aus. Bei diesem Messablauf ist die Schleppleistung des Antriebsstrangs am geringsten. Bei einer Automatikmessung wäre ich extrem misstrauisch, da man nicht weiß, ob nicht doch ein Kupplungspaket Alters- und Verschleißbedingt hängt und somit künstlich die Schleppleistung beim Auslaufen erhöht, was ja wieder künstlich mehr Gesamtleistung entspricht. Errechnete Motorleistung = Radleistung + Schleppleistung.
Die ermittelte Radleistung wiederum ist auch abhängig vom Schlupf, also der tatsächlichen Kraftübertragung am Reifen. Auch hier können sich Messfehler einschleichen.
3. Die reine Radleistung ist ebenfalls nur bedingt aussagekräftig, da sie immer nur eine Momentaufnahme unter bestimmten Bedingungen darstellt. Es gibt Veröffentlichungen eines Motorenölherstellers, welcher alleine bis zu +3% Mehrleistung durch die Verwendung eines anderen Motoröls im hohen Drehzahlbereich verspricht. Auch ändert sich während der Leistungsmessung meist die Öltemperatur und somit die Schmierwirkung bzw. die innermotorische Reibung, die ja die gemessene Radleistung ebenfalls stark beeinflussen kann. Z.B. entsteht die größte Reibarbeit eines Verbrennungsmotors an den Kolbenringe und auf Platz 2 an dem gesamten Ventiltrieb. Die Reibarbeit der Kolbenringe exemplarisch wiederum ist abhängig vom Verbrennungsdruck im Zylinder und somit Last- und Drehzahlabhängig. Nimmt man als Ausgangsbasis nun einen 286 ps starken M6 in Serienzustand, wären es alleine durch das super duper Öl bereits 8,5 PS mehr. Die Erwärmung des Getriebe- oder Differentialöls kann die ermittelte Radleistung während des Messvorgangs ebenfalls stark beeinflussen und somit nicht mit der Realität übereinstimmen. Daher würde ich immer mindestens 3 Messläufe hintereinander machen und die Ergebnisse mitteln.
4. Die ermittelte Radleistung haben wir z.B. in Prüfstandsläufen an modernen Fahrzeugen auch alleine dadurch verändern können, dass ein anderer Kraftstoff getankt wurde und die modernen Klopfsensoren und das Steuergerät automatisch die Leistung angepasst haben, mit sehr spannenden und teils bis zu 10 ps stark abweichenden Ergebnissen.
Zu guter Letzt:
Alles in allen sind solche Leistungsmessungen immer was für die Werkstattwand. Mir persönlich ist der Drehmomentverlauf über die Drehzahl und somit die Charakteristik eines Motors entscheidend.
Ein Paradebeispiel stellen die ganzen 4-Zylinder 4-Ventilmotoren der 1980er dar. Der 318is oder auch 190er 2,3-16V wurden mit sensationellen Motorleistungen beworben, doch viele Kunden kamen mit dem spitzen Leistungsband bei oberen Drehzahlen nicht klar und bevorzugten im Alltag doch einen 2-Ventiler, welcher untenrum bereits gutes Drehmoment boten.
So, aber jetzt bin ich auch gespannt auf entsprechende Leistungsdiagramme!
Grüße hony
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